HS_Logo_Dach_Blau "Theater - O" Trimester-Theaterkurs an der Dr.-Theo-Schöller-Schule 2009/10

Theater macht uns in diesem Trimester besonders Spaß, weil wir sieben Mädchen und nur ein Junge sind. Letztes Trimester waren es viel mehr Jungs und die haben die ganze Zeit versucht zu stören, das war nervig.
Wir freuen uns jedes Mal darauf, dass der Theaterkurs stattfindet.
Am Anfang machen wir Atemübungen und Stimmübungen, das macht man mit Vokalen, also mi, ma, mo zum Beispiel, oder pip, pap, pop. So kann man seine Aussprache trainieren. Bei Stimmübungen übt man auch langsam oder schnell zu sprechen oder man verändert die Stimmlage von laut zu leise und umgekehrt. Manche Schüler können besonders gut laut oder leise sprechen.

 

Drei unterm Regenschirm


Aufwärmübungen sind auch so kurze Handlungen wie Äpfel pflücken oder vor einer Schlange flüchten – die ist natürlich in Wirklichkeit ein Schal, keine echte Schlange.
Manchmal malen wir uns auch einen Fernseher an die Tafel und tun so als ob wir einen Film schauen würden. Dann sagen uns Emel oder Elif, was im Film passiert und wir versuchen die passenden Gefühle darzustellen. Sie sagen uns auch, wenn wir zu sehr übertreiben und es nicht mehr echt aussieht sondern ganz daneben ist.
Wir haben auch schon versucht in einer anderen Sprache zu sprechen, Bayerisch zum Beispiel. Das klingt witzig, wenn die beiden Kursleiterinnen bayrisch sprechen, die können gar kein Bayrisch.

Was auch sehr viel Spaß macht sind Spiegelungen. Wir machen das in Partnerarbeit und versuchen ganz genau zu schauen, wie der andere sich verhält. Am besten ist es, wenn wir mit ihm mitgehen und nicht viel Pause zwischen unserem Abgleich ist.
Flüsterpost haben wir auch schon gespielt und Tiere darstellen finden alle immer sehr lustig, weil man da auch mal krabbeln oder hüpfen kann.

Wir haben auch mal so getan, dass jeder sein Loch im Boden suchen musste und wenn er es gefunden hatte, sollte er außen herumgehen. Das war witzig, weil man ja nicht in das Loch von anderen steigen durfte – es ging aber manchmal gar nicht anders, man war also schon drinnen, bevor man einmal sein Loch im Boden umrunden konnte.

Jubel


Gestern haben wir wieder „Impro“ (Originalzitat) gemacht. Das geht so, dass Elif uns eine Situation vorgibt, in der wir spielen sollen und dann spielen wir gemeinsam mit ihr die Rollen. Emel beobachtet uns da meist und schaut zu, was wir machen und sagen. Also gestern war es folgende Situation: Elif spielte eine 17-jährige Schülerin, die schwanger ist. Sie sollte ihrem Vater erklären, was passiert war. Die Mutter wusste schon davon und war dabei. Aber noch bevor Elif anfangen konnte kamen andere Personen dazu, der Briefträger, die Nachbarin und die Polizei, und immer wieder versuchte Elif, es zu erzählen, endlich konnte sie es dem Vater sagen. Doch jetzt tauchte noch einmal die neugierige Nachbarin auf und versuchte rauszukriegen, was gerade gesagt wurde.

So eine Situation zu spielen dauert 15 – 30 Minuten. Wir reden dann auch immer noch mal darüber, wer wie gespielt hat und wir versuchen, einzelne Momente noch mal zu spielen. Spielen mit Reden ist leichter als Spielen ohne Worte!
Was wir gerne noch machen würden ist, mit Schminke und anderer Kleidung zu spielen, etwas aus einer anderen Zeit zum Beispiel, auch mal einen Text auswendig lernen würde uns gefallen, wenn es nicht so sehr lang ist.

Was wir schon können, ist, uns zu beherrschen und eben nicht zu lachen, wenn jemand etwas zu lustig spielt oder etwas nicht so gut macht. Was wir noch üben müssen, ist, sich nicht ablenken zu lassen, wenn man spielt. Die Zuschauer sehen wir immer noch und manchmal ist es noch peinlich, eine Rolle so richtig zu spielen
als ob sie Ernst wäre.

Was wir auf jeden Fall in unserem Trimesterkurs noch machen ist: Das Opernhaus besuchen und hinter die Bühne zu schauen, was dort alles versteckt ist.


Dieser Bericht der Schüler/innen macht deutlich, wie Theater Kompetenzen aufbauen kann, die im Alltag gebraucht werden.
Wer sich diese „Arbeit“ macht, baut Selbst- und Körperbewusstsein auf. Die Sprechfertigkeit und das souveräne, spontane Reagieren werden geschult. Als Schulleiterin bin ich sehr dankbar, dass wir uns dieses Angebot in der Ganztagsklasse „leisten“ können.
Es wird uns ermöglicht durch die großzügige Unterstützung des Rotary Club Nürnberg-Sigena. In Zusammenarbeit mit Vischers Kulturladen fanden wir das Theater O, eine Amateurtheatergruppe. Das Theater O arbeitet mit Profis aus dem Staatstheater Nürnberg zusammen und unsere Betreuerinnen können die Lebenswelt unserer Schüler und Schülerinnen gut verstehen. Sie haben beide Migrationshintergrund und wissen, wie wichtig es ist die deutsche Sprache gut zu beherrschen.
Wir hoffen sehr, dass dieses Angebot auch im kommenden Schuljahr unseren Schülern und Schülerinnen offen steht.

 Heidi Seegets/Siglinde Schweizer

 

 
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